Lasertherapie und Laserchirurgie
Was ist Laser?
Unter LASER – Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation – versteht man einen physikalischen Effekt, mit dem künstlich gerichtete Lichtstrahlen erzeugt werden können. Laserstrahlen bestehen im Gegensatz zu Sonnen- und Kunstlicht nur aus Licht einer Wellenlänge, dessen Strahlen extrem parallel verlaufen.
Licht ist die Grundsubstanz und die Energiequelle allen Lebens. Die Lasertherapie kann gestörte biologische Prozesse beeinflussen (Photobiomodulation).
Therapeutische Effekte der High Power Laser Therapie (HPLT)
Wozu kann sie eingesetzt werden?
Schmerztherapie
Die Laserbestrahlung blockiert die Schmerzweiterleitung aus dem geschädigtem Gewebe zum Gehirn. Sie reduziert Entzündungen und Schwellungen und erhöht die Bildung und Freisetzung von Endorphinen zur körpereigenen Schmerzlinderung.
Einsatzbereiche:
postoperativer Wundschmerz, muskuläre Verspannungen, Muskelentzündungen, Gelenkschmerzen, Spondylose, Bandscheibenvorfälle u.v.m.
Verbesserung der Nervenfunktion
Das Laserlicht beschleunigt die Heilung von Nervenzellen nach einer Schädigung und führt insgesamt zu einer Funktionsverbesserung von Muskeln und Nerven. Missempfindungen wie stechende Schmerzen, Brennen, Kribbeln und Taubheitsgefühle können maßgeblich verbessert werden.
Einsatzbereiche:
Bandscheibenvorfälle, Lähmungen peripherer Nerven, HWS-Syndrom etc.
Entzündungshemmung
Durch die Erweiterung von Blut- und Lymphgefäßen können Entzündungsprodukte besser und schneller abtransportiert werden, wodurch die Heilung beschleunigt, aber auch Schmerz bekämpft wird.
Einsatzbereiche:
Abszesse, Phlegmonen, Fisteln, Entzündungen beispielsweise des Zahnfleisches, der Ohren, des Gesäuges, von Sehnen, Sehnen- oder Bandansätzen und Sehnenscheiden, Schleimbeuteln, Gelenken, Blutgefäßen u.v.a.
Wundheilung
Das tief ins Gewebe eindringende Laserlicht führt zu einer vermehrten Bereitstellung von Energie im geschädigten Gewebe und beschleunigt die Heilung der verletzten Gewebestrukturen. Zusätzlich wird die Bildung neuer Blutgefäße forciert. Durch eine verbesserte Kollagensynthese ist die Belastbarkeit des neuen Gewebes höher.
Einsatzbereiche:
postoperative Wundbehandlung, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, überschießendes Granulationsgewebe, Dekubitus, Verbrennungen, Frakturen
Reduktion der Narbenbildung
Durch die Beschleunigung des Heilungsprozesses, Verbesserung der Durchblutung und Abtransport von Abfallprodukten kommt es zu einer Verringerung des Narbengewebes.
Erhöhung der Stoffwechselaktivität
Die während der Therapie durch den Laserstrahl getroffenen roten Blutzellen verfügen über eine erhöhte Sauerstofftransportkapazität, was die Stoffwechselleistung des gesamten Körpers positiv beeinflusst.
Verbesserte Funktion des Immunsystems
Das Laserlicht führt zu einer erhöhten Energieproduktion in den Zellen, so dass die Effizienz der Zellfunktion verbessert wird. Im Falle der Immunzellen wird die Leistungsfähigkeit gegenüber schädlichen Einflüssen gesteigert.
Stimulation von Akupunkturpunkten
Akupunkturpunkte können ebenso mittels Laserlicht stimuliert werden. So dass die Laserakupunktur eine schmerzlose Alternative zur klassischen Nadelung darstellt.
Laserchirurgie
Neben der Bestrahlung ist das zweite große Einsatzgebiet des Lasers die Chirurgie. Der Laserstrahl wird quasi als Skalpellersatz verwendet. Gewebe wird durch den auftreffenden Lichtstrahl punktgenau verdampft.
Obwohl Temperaturen von ca. 300°C erreicht werden, ist die thermische Tiefenwirkung im angrenzenden Gewebe wesentlich geringer als bei der Elektro- oder Radiofrequenzchirurgie, was sich besonders in der geringeren postoperativen Schwellung ausdrückt. Daher eignet sich der Laser sehr gut für Eingriffe im Rachenbereich, wo postoperative Schwellungen leicht zu lebensbedrohlicher Atemnot führen können.
Parallel zum Schnitt werden kleinere Blutgefäße gleich „verschweißt“, sodass die Operationen mittels Laser blutungsärmer sind. Dies hat den weiteren Vorteil, dass die zwischen 200 und 600 Mikrometer großen Laserfasern an Körperstellen eingesetzt werden können, die mit dem Skalpell kaum erreichbar sind bzw. wo eine Blutstillung oder spätere Naht aufgrund des Platzmangels nicht möglich sind.
Der Laser kann ebenso durch den Arbeitskanal von Endoskopen geführt werden und so seinen Dienst in Gelenken, Nase, Luftröhre o.ä. Versehen.
Zusätzlich zu den oben genannten Vorteilen tötet der Laserstrahl im Einwirkbereich bis zu 99% der Bakterien und Viren. Dieser desinfizierende Effekt beschleunigt die Heilung des Gewebes. Im Vergleich zu konventionellen chirurgischen Eingriffen sind laserchirurgische Eingriffe in der Heilungsphase deutlich weniger schmerzhaft.
Der einzige Nachteil des Lasereinsatzes liegt in der längeren Operationsdauer. Pro „Schnitt“ wird nur Gewebe von etwa 1 mm Dicke verdampft. Grundsätzlich hat der Laser ein fast unbegrenztes Einsatzspektrum. Im folgenden werden daher nur einige Beispiele aufgeführt, wo er sich besonders bewährt hat:
Kopfbereich:
- Lidrandtumore, Distichiasis, ektopische Zilien, Hornhautabtragungen, Entropium, Nickhautfollikel, Symblepharon
- Korrekturen im Rahmen des Brachycephalensyndroms wie Nasenlocherweiterung, Rachenmandelentfernung, Gaumensegelkürzung
- Epuliden, Gingivahyperplasie, Wurzelkanalbehandlung, Zahntaschen, Tumoren der Maulhöhle, Zahnfleischentzündung
Tumoren im Bereich des Gehörganges, Othämatom (Blutohr), Behandlung von unerwünschten Knick- oder Stehohren bei verschiedenen Hunderassen
Allgemein:
- Warzen, diverse Tumoren geringer bis mittlerer Größe, Perianalfisteln oder -tumore
- Bandscheibenvorfälle
- intravenöse Bestrahlung von Blutzellen
Endoskopie:
Einsatz über Endoskope (je nach Geräteausstattung) in:
Nasenhöhle, Luft- oder Speiseröhre, Magen, Enddarm, Harnblase, Gelenken
Wir freuen uns, dass wir Ihnen diese hochmoderne und vielseitige Therapieform zur Verfügung stellen können.
Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.